Verbot von unlauteren Handelsbedingungen – Entlastung oder neuer Preisdruck für die Landwirtschaft?

Schon auf dem Agrargipfel im Kanzleramt im Dezember letzten Jahres, der eilig und als Reaktion auf die massiven Bauernproteste einberufen wurde, versprach die Bundeslandwirtschaftsministerin, dass sie die Landwirte mit der Eins-zu-eins-Umsetzung der UTP-Richtlinie gegen unlautere Handelspraktiken gegenüber dem Handel stärken werde. Auf dem Lebensmittelgipfel im Februar dieses Jahres erneuerte sie diese Forderung. Jetzt hat das Bundeskabinett den zugehörigen Gesetzesentwurf beschlossen. Doch ist das Gesetz geeignet, um Verhandlungen auf Augenhöhe in der Lebensmittellieferkette herzustellen? Werden sich die vollmundigen Versprechen von Frau Klöckner bewahrheiten? Oder entpuppt sich das Gesetz gar als Bumerang für die Landwirtschaft?

Agropolit-X - Kritische Kommentare zur Agrarpolitik

Julia Klöckners Märchen von den Dumpingpreisen – Warum die Erzeugerpreise wirklich so niedrig sind und warum der Lebensmitteleinzelhandel daran nichts ändern kann

Kürzlich kochten die Emotionen der Landwirte hoch, als EDEKA damit warb, dass Lebensmittel den niedrigsten Preis verdient hätten. Sofort wurde der Vorwurf laut, dass Lebensmittel mehr Wertschätzung und dementsprechend höhere Preise verdienen würden. Mit Verweis auf die niedrigen Erzeugerpreise demonstrierten spontan etliche Landwirte u.a. vor dem Edeka-Zentrallager in Neuenkruge im Ammerland. Unterstützung bekamen sie dabei auch von der Bundeslandwirtschaftsministerin, die sich sofort zu Wort meldete und mit dem moralischen Zeigefinger auf den Lebensmitteleinzelhandel zeigte, der mit Lockangeboten und Dumpingpreisen die Bauern ausbeuten würde.

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