Die merkwürdige Debatte um die Lebensmittelpreise

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit äußerte der neue Bundeslandwirtschaftsminister, Cem Özdemir (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), dass es keine Ramschpreise für Lebensmittel mehr geben dürfe.  Diese würden Bauernhöfe in den Ruin treiben, mehr Tierwohl verhindern, das Artensterben befördern und das Klima belasten. Der Lebensmittelpreis solle die „ökologische Wahrheit“ stärker ausdrücken[1]. Damit greift der Minister unter anderem die Argumentation der sogenannten „Zukunftskommission Landwirtschaft“ auf, die in ihrem Abschlussbericht fordert, dass negative Externalitäten vermieden werden sollen und Lebensmittelpreise – soweit möglich – die tatsächlichen Gesamtkosten abbilden sollen[2]. In der derzeit stattfindenden öffentlichen Debatte wird zunehmend der Eindruck vermittelt, dass die „richtigen Preise“ bekannt seien und lediglich die gesetzlichen Vorgaben angepasst werden müssten, damit sie die richtige Höhe annehmen.

Agropolit-X - Kritische Kommentare zur Agrarpolitik

Verursacht die deutsche Landwirtschaft wirklich externe Kosten von mindestens 90 Milliarden Euro pro Jahr?

Letzte Woche erst hatte ich meinen kritischen Kommentar zum Abschlussbericht der Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) veröffentlicht. Eine wesentliche Empfehlung der ZKL ist die Internalisierung von externen Kosten, weil dem bestehenden Agrar- und Ernährungssystem erhebliche negative externe Kosten zuzurechnen seien, die insbesondere die Bereiche Nutztierhaltung, Klima, Biodiversität und Nährstoffausträge in Grund- und Oberflächenwasser betreffen würden. Diese externen Kosten werden von der ZKL auf mindestens 90 Milliarden Euro (!!!) pro Jahr beziffert. Das hat in der Branche für erheblichen Unmut gesorgt. In diesem Beitrag möchte ich diese Zahl etwas näher beleuchten.

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(K)eine Zukunft für die deutsche Landwirtschaft?

Endlich liegt der von einigen lang erwartete Abschlussbericht der „Zukunftskommission Landwirtschaft“ (ZKL) vor. In der darin gezeichneten Vision für die Zukunft unseres Landwirtschafts- und Ernährungssystems sichert die Landwirtschaft nicht nur unsere Versorgung mit Lebensmitteln, sondern trägt auch zum Erhalt der Artenvielfalt bei und wirkt positiv auf das Klima. Dazu werden im Bericht Entwicklungspfade beschrieben, die die Risiken dieser „Transformation“ beherrschbar machen, Planungssicherheit ermöglichen und die Akzeptanz auf Seiten der Landwirte erhöhen sollen. Die Kosten für die Empfehlungen der ZKL werden insgesamt auf etwa sieben bis elf Milliarden Euro geschätzt.

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EU Green Deal: Schlechter Deal für den Planeten (Teil 2)

Im Dezember 2019 kündigte die EU mit dem „Green Deal“ ein umfangreiches Maßnahmenpaket an, um Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen. Der Plan beinhaltet unter anderem Ziele zur Reduzierung der CO2-Emissionen und Verbesserung der Wälder, Landwirtschaft, umweltfreundlicher Transport, Recycling und erneuerbare Energien. Die EU wolle „dem Rest der Welt zeigen, wie man nachhaltig und wettbewerbsfähig“ sei, wie Ursula von der Leyen, Präsidentin der EU-Kommission, sagte. Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zeigten kürzlich in einem in der Zeitschrift Nature veröffentlichtem wissenschaftlichen Artikel auf, dass der Green Deal jedoch eher ein schlechter Deal für den Planeten zu werden droht.

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EU Green Deal: Schlechter Deal für Bauern und Bürger (Teil 1)

Im Rahmen ihres Green Deal beabsichtigt die Europäische Kommission die Landnutzung sowie den Einsatz von Düngemitteln, Antibiotika und Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft bis 2030 gezielt einzuschränken. Der Wirtschaftsforschungsdienst (ERS) des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten (USDA) hat eine Reihe von politischen Simulationen durchgeführt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der vorgeschlagenen Ziele zu untersuchen.

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