Die merkwürdige Debatte um die Lebensmittelpreise

Gleich zu Beginn seiner Amtszeit äußerte der neue Bundeslandwirtschaftsminister, Cem Özdemir (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN), dass es keine Ramschpreise für Lebensmittel mehr geben dürfe.  Diese würden Bauernhöfe in den Ruin treiben, mehr Tierwohl verhindern, das Artensterben befördern und das Klima belasten. Der Lebensmittelpreis solle die „ökologische Wahrheit“ stärker ausdrücken[1]. Damit greift der Minister unter anderem die Argumentation der sogenannten „Zukunftskommission Landwirtschaft“ auf, die in ihrem Abschlussbericht fordert, dass negative Externalitäten vermieden werden sollen und Lebensmittelpreise – soweit möglich – die tatsächlichen Gesamtkosten abbilden sollen[2]. In der derzeit stattfindenden öffentlichen Debatte wird zunehmend der Eindruck vermittelt, dass die „richtigen Preise“ bekannt seien und lediglich die gesetzlichen Vorgaben angepasst werden müssten, damit sie die richtige Höhe annehmen.

Agropolit-X - Kritische Kommentare zur Agrarpolitik

Dramatisches Höfesterben in der deutschen Landwirtschaft – Ursachen und mögliche Auswege

In diesem Artikel sollen die verschiedenen Faktoren dargestellt werden, die für die schwierige wirtschaftliche Situation in der Landwirtschaft verantwortlich sind. Nur mit einem grundlegenden Verständnis der wirtschaftlichen Mechanismen auf den in- und ausländischen Agrarmärkten können Wege gefunden werden, wie die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise stabilisiert und gesteigert werden können. So könnten der deutschen Landwirtschaft neue wirtschaftliche Perspektiven eröffnet werden und bestenfalls die vielfältigen heimischen Agrarstrukturen erhalten werden.

Agropolit-X - Kritische Kommentare zur Agrarpolitik