Geringe Wertschöpfung der Landwirtschaft – Warum sind die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise so niedrig?

Die privaten Ausgaben für Nahrungsmittel sind aufgrund des hohen Lohnniveaus und der niedrigen Lebensmittelpreise in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Seit den 70er Jahren ist der prozentuale Anteil der Nahrungsmittelausgaben an den Konsumausgaben der privaten Haushalte kontinuierlich rückläufig und beträgt heute nur noch knapp 14 anstelle von damals knapp 25 Prozent. Gleichzeitig sinkt der Erlösanteil der Landwirte an den Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel inländischer Herkunft. Lag der Anteil Anfang der 70er Jahre noch bei 48 Prozent, so hat er sich mit durchschnittlich 21 Prozent heute bereits mehr als halbiert. Besonders stark ist der Unterschied zwischen tierischen und pflanzlichen Produktgruppen. Beträgt der Erlösanteil bei den tierischen Produkten etwa 22 Prozent, so liegt der Anteil der Erzeugererlöse bei den pflanzlichen Produkten nur bei etwa 4 Prozent[1]. Insgesamt ist also zu beobachten, dass die in der Landwirtschaft erzeugte Wertschöpfung stark rückläufig ist und sich immer mehr auf die Verarbeitung und Vermarktung von Nahrungsmitteln verlagert. Woran liegt das?

Wie wir die heimische Ferkelerzeugung ins Ausland verlagert haben

Nun also doch. Nach mehrmonatigen Beratungen hat der Bundesrat am vergangenen Freitag die Siebte Verordnung zur Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung beschlossen. Dies war nach dem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes des Landes Sachsen-Anhalt vom November 2015 („Magdeburger Urteil“) nötig geworden. Doch der Beschluss des Bundesrats geht weit darüber hinaus. Die meisten sauenhaltenden Betriebe werden die nun anstehenden Investitionskosten wohl nicht bewältigen können und aus der Sauenhaltung aussteigen. Doch schauen wir uns das etwas genauer an.

Die Sache mit dem Fleisch…

Kein Thema wird derzeit so hitzig diskutiert wie die Arbeitsbedingungen in der Fleischbranche. Bereits im kommenden Monat will Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ein Gesetz zum Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie vorlegen. Dabei ist die Thematik nicht neu, sondern seit Jahren bekannt. Die Werkverträge in der Fleischindustrie sind nur die Spitze des Eisbergs. Kann ein Verbot der Werkverträge überhaupt etwas an den Arbeitsbedingungen ändern oder wird das zum Abwandern der Fleischbranche ins europäische Ausland führen? Und wie steht es eigentlich um den Selbstversorgungsgrad von Fleisch in Deutschland?

Pestizidverbrauch: Absatz an biokonformen Pflanzenschutzmitteln steigt und Absatz an chemischen Pflanzenschutzmitteln sinkt

Googelt man den Begriff „Pestizide“, dann werden einem tausende von Artikeln angezeigt. Von Gift auf den Feldern und Gift im Essen ist dort die Rede. Unzählige NGOs haben sich dem Kampf gegen den Einsatz von sogenannten „Pestiziden“ in der Landwirtschaft verschrieben und zu einem gut funktionierenden Geschäftsmodell gemacht. Doch was ist dran an den Vorwürfen? Im Folgenden Beitrag werde ich die aktuellsten Verkaufszahlen von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland analysieren und der Frage nachgehen, ob der Absatz in den letzten Jahrzehnten wirklich stark gestiegen ist und ob der ökologische Landbau die besseren Pflanzenschutz-Alternativen bietet.

Verkommt die Agrarförderung zum Selbstbedienungsladen für den Staat?

Kürzlich wurden die Informationen über die Empfänger der Gemeinschaftsmittel aus den EU-Agrarfonds veröffentlicht. Unter den Top-Empfängern befindet sich kein einziger einzelner Landwirt. Vor allem die offensichtliche Selbstbedienungsmentalität der öffentlichen Hand in Millionenhöhe sticht ins Auge. Dabei sind die Landwirte auf die Agrarfördermittel angewiesen. Der Anteil der Agrarförderung am landwirtschaftlichen Einkommen beträgt rund 40 Prozent. Trotzdem wächst die Zahl derer, die ihren Hof aus wirtschaftlichen Gründen schließen, weil EU, Bund und Länder in immer kürzeren Abständen neue Verbote und Auflagen beschließen. Jede neue Auflage erhöht aber die Produktionskosten. Ohne ausreichenden Ausgleich mit Agrarfördermitteln verlieren die Landwirte ihre Wettbewerbsfähigkeit. Verteilen wir die Fördermittel falsch?