Julia Klöckners Märchen von den Dumpingpreisen – Warum die Erzeugerpreise wirklich so niedrig sind und warum der Lebensmitteleinzelhandel daran nichts ändern kann

Kürzlich kochten die Emotionen der Landwirte hoch, als EDEKA damit warb, dass Lebensmittel den niedrigsten Preis verdient hätten. Sofort wurde der Vorwurf laut, dass Lebensmittel mehr Wertschätzung und dementsprechend höhere Preise verdienen würden. Mit Verweis auf die niedrigen Erzeugerpreise demonstrierten spontan etliche Landwirte u.a. vor dem Edeka-Zentrallager in Neuenkruge im Ammerland. Unterstützung bekamen sie dabei auch von der Bundeslandwirtschaftsministerin, die sich sofort zu Wort meldete und mit dem moralischen Zeigefinger auf den Lebensmitteleinzelhandel zeigte, der mit Lockangeboten und Dumpingpreisen die Bauern ausbeuten würde.

Hintergrund

Eines der zwölf Gesprächsergebnisse des Agrargipfels im Kanzleramt am 2. Dezember vergangenen Jahres war, dass Lebensmittel zu Tiefstpreisen Auswirkungen auf die Bauernfamilien und die Wertschätzung hätten[1]. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) hatte auch sofort den Lebensmitteleinzelhandel als Hauptschuldigen für diese Tiefstpreise identifiziert. Seitdem wiederholt Sie zu jeder ihr sich bietenden Gelegenheit die Erzählung von David gegen Goliath.

„Ich kann den Ärger der Bauern verstehen. Es ist wie David gegen Goliath, wenn Bauern mit dem Handel verhandeln. Dass gerade Lebensmittel immer wieder für Lockangebote und für Dumpingpreise herhalten müssen, kann ich beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen. Der Handel beklagt zwar, Verbraucher würden nicht mehr bezahlen wollen, aber er setzt selbst immer mehr Tiefstpreise. Da darf man sich nicht wundern, wenn Verbraucher sich daran gewöhnen. Am Ende badet das der Erzeuger aus, dem immer weniger bleibt. Das ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit. Beim Treffen am 3.2. im Kanzleramt werden wir das thematisieren.“[2]

Um diese Ungerechtigkeit zu beenden, will sie den Lebensmittelhandel mit gesetzlichen Maßnahmen in die Schranken weisen und Billiglebensmittel in den Regalen zurückdrängen[3]. Konkret angekündigt wurde von ihr dazu bislang aber nur die Umsetzung der EU-Richtlinie zum Verbot unfairer Handelspraktiken[4].

Wie gelangen die Lebensmittel vom Landwirt zum Verbraucher?

Vereinfacht ausgedrückt besteht die Lebensmittellieferkette aus drei Stufen. In der ersten Stufe produzieren die landwirtschaftlichen Betriebe die Agrarrohstoffe, die dann in der zweiten Stufe an die Lebensmittelhersteller geliefert werden. Die dort produzierten Lebensmittel werden schließlich in einer dritten Stufe an den Lebensmitteleinzelhandel geliefert, wo diese Produkte dann an den Endverbraucher verkauft werden[5]. Alternativ zu diesem System besteht für Landwirte die Möglichkeit des Direktverkaufs von Agrarprodukten an Verbraucher, beispielsweise auf Märkten oder online[6].

Wenn Julia Klöckner den Lebensmitteleinzelhandel nun medienwirksam als den Verursacher von niedrigen Erzeugerpreisen brandmarkt, dann unterschlägt sie, dass der Lebensmitteleinzelhandel nur sehr selten direkt beim Erzeuger beziehungsweise Landwirt einkauft. In der Regel erfolgt der Einkauf bei den Lebensmittelherstellern oder bäuerlichen Genossenschaften.

Wie bildet sich der Erzeugerpreis?

Bei der Preisbildung gelten die Gesetze des Markts, d.h. Angebot und Nachfrage. Markttechnisch gesehen sind Agrargüter austauschbare, homogene Rohstoffe, die von den Lebensmittelherstellern oder dem Lebensmitteleinzelhandel nach rationalen Gesichtspunkten abgenommen und bezahlt werden. Weil sie aber homogen und austauschbar sind, kann der Produzent (Landwirt) das Preisniveau nur sehr begrenzt über einzelne Qualitätskriterien beeinflussen. Der Landwirt ist also ein Preisnehmer, der auf die Preisbildung keinen unmittelbaren Einfluss hat. Er kann nur beeinflussen, wie viele seiner Agrargüter er zum Marktpreis anbieten möchte[7]. Dem Landwirt geht es also darum, dass seine betrieblichen Stückkosten (z.B. bei seiner Milch, dem Schwein oder dem Getreide) niedriger sind als der Stückpreis, den er beim Verkauf erzielt. Diese Differenz bestimmt seinen Gewinn.

Die Stückkosten entscheiden also über die Wettbewerbsfähigkeit eines landwirtschaftlichen Betriebs. Die beste Möglichkeit diese zu senken ist die Erhöhung der Produktionsmenge, da sich die Fixkosten dadurch auf eine größere Menge verteilen (Stückkostendegression). Der Landwirt muss also Flächen zukaufen oder -pachten oder seine Tierbestände vergrößern. Insgesamt kommt es zu einer hohen Produktivität, die durch die Überkapazitäten des Welthandels noch zusätzlich verstärkt wird. Aus diesem Zusammenhang ergeben sich Tendenzen zur Schwächung der Anbieterposition, weil die notwendige Produktionsausweitung das Überangebot noch weiter erhöht. Das Überangebot auf dem Absatzmarkt ist also der wahre Grund dafür, dass die Preise so niedrig sind.

Dumping-Preise?

Die wichtigsten Parameter für die Preisbildung im Lebensmitteleinzelhandel sind die Zahlungsbereitschaft und das Kaufverhalten der unterschiedlichen Kundengruppen. Es gibt deutliche Unterschiede bei der Zahlungsbereitschaft der verschiedenen Kundengruppen. Gutverdienende und ältere Kunden sind beispielsweise bereit höhere Preise zu bezahlen, wenn Warenqualität und -auswahl ihren Vorstellungen entsprechen oder die Einkaufsstätte bequem zu erreichen ist. In Ballungsgebieten, im Grenzgebiet zur Schweiz und in bekannten Tourismusgebieten ist die Zahlungsbereitschaft ebenfalls eher höher, weshalb dort auch höhere Preise verlangt werden können[8].

Die seit kurzem vielkritisierten Billig-Angebote sind ein Ausdruck des scharfen Wettbewerbs um Marktanteile (Verdrängungswettbewerb) zwischen den einzelnen Handelsunternehmen des Lebensmitteleinzelhandels. Hier darf aber nicht pauschaliert werden. Nur wenige Warengruppen unterliegen einem echten „Preiskampf“. Die höchste Preissensitivität gibt es bei den Produkten, die von den Verbrauchern regelmäßig gekauft werden (Fast Moving Consumer Goods (FMCG)). Dazu gehören beispielsweise Butter, Kaffee, Joghurt oder Milch. Verbraucher erkennen Preisänderungen bei diesen Produkten am schnellsten. Diese Warengruppen sind typischerweise vom „Preiskampf“ betroffen, weil sie rund 50 Prozent des FMCG-Umsatzes in Deutschland erzielen. Während die Verbraucher von diesen Preiskämpfen profitieren, gehen sie für die Handelsunternehmen natürlich zu Lasten der eigenen Marge[9].

Lockangebote?

Die größte Kritik bezieht sich auf die sogenannten Lockangebote. Dem Lebensmitteleinzelhandel wird vorgeworfen, er würde versuchen die Verbraucher mit Dumping-Preisen insbesondere für Fleisch und Milch in die Geschäfte zu locken. Diesem Vorwurf steht allerdings das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) gegenüber, welches den Verkauf von Lebensmitteln unter dem Einstandspreis verbietet[10]. Wie bereits geschildert, sind diese Billig-Angebote ein gängiges Wettbewerbsmittel. Sie beeinflussen nicht den Erzeugerpreis, sondern gehen zu Lasten der Handelsunternehmen.

Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Tatsache, dass der deutsche Lebensmitteleinzelhandel ein hochkonzentrierter Markt ist. Mehr als 85 Prozent des bundesweiten Lebensmittelabsatzes findet über die vier großen Handelsunternehmen EDEKA, REWE, Aldi und die Schwarz-Gruppe statt[11] . Die Marktmacht dieser vier Handelsunternehmen ist mittlerweile so groß, dass sie aufgrund ihrer Nachfragemacht als eine „gatekeepers“ fungieren[12]. Diese Nachfragemacht können sie vor allem dafür nutzen, um (Preis-)Druck auf die Lebensmittelhersteller auszuüben, die wiederum mit weiterer Kostendegression beziehungsweise Betriebswachstum darauf reagieren müssen.

Einfluss von Schlachtereien und Molkereien

Mit zunehmender wirtschaftlicher Entwicklung steigt die Bedeutung von Be-und Verarbeitung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse außerhalb der Erzeugerbetriebe. Daraus ergibt sich eine tendenzielle Abnahme des Erzeugeranteils am Verbraucherpreis.

Der Erzeugerpreis bildet sich grundsätzlich auf dem Weltmarkt. Bleiben wir beim Beispiel Fleisch und Milch, dann befinden sich in der Wertschöpfungskette zwischen Erzeuger (Landwirt) und Lebensmitteleinzelhandel die Schlachtereien beziehungsweise Molkereien.

Der Wettbewerb im in der Fleischbranche ist aufgrund des Überangebots von Fleisch ebenfalls sehr groß. Die Schlachtereien sind auch gezwungen ihre Stückkosten zu senken, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Seit Jahren kann deshalb ein zunehmender Konzentrationsprozess in der Schlachthof-Branche beobachtet werden. Kleine und mittlere Schlachthöfe sind schon lange nicht mehr in der Lage mit den großen Schlachthof-Unternehmen preislich zu konkurrieren. Verstärkt wird diese Situation zusätzlich dadurch, dass die Schlachtereien sich gegenseitig mit niedrigen Fleischpreisen beim Lebensmitteleinzelhandel unterbieten. In Folge nimmt der Preisdruck auf regionale Erzeuger (Tierhalter), die mit den Fleisch-Weltmarktpreisen konkurrieren müssen, und die Konzentration in der Schlachthof-Branche zu[13].

Bei Milch verhält es sich ähnlich. Die Erzeuger (Milchbauern) liefern ihre Milch i.d.R. an Molkereien, die diese verarbeiten und anschließend an den Lebensmitteleinzelhandel verkaufen. Üblich ist, dass die großen Handelsunternehmen über eine Ausschreibung zweimal jährlich Lieferverträge mit den Molkereien zu festen Preisen abschließen[14]. Aufgrund des Überangebots von Milch müssen auch die Molkereien ihre Stückkosten senken, um wettbewerbsfähig bleiben zu können. Deshalb findet auch im Bereich der Molkereien seit Jahren eine zunehmende Konzentration statt. Der Verdrängungswettbewerb ist hier ebenfalls so stark, dass sich die Molkereien versuchen gegenseitig zu unterbieten. Genau wie in der Fleischbranche verstärkt das wiederum den Preisdruck auf die regionalen Erzeuger und führt zu weiteren Konzentrationsprozessen.

Wie wir bereits gesehen haben nutzt der Lebensmitteleinzelhandel diese günstige Preissituation lediglich aus. Da er aber auch in einem Verdrängungswettbewerb steht, ist er gezwungen vor allem die FMCG-Produkte selber mit niedriger Marge zu verkaufen. Am Ende kann sich der Verbraucher über die günstigen Preise freuen.

Richtlinie über unlautere Handelspraktiken

Wie eingangs erwähnt, möchte die Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die „Dumping-Preispolitik“ des Lebensmitteleinzelhandels beenden und die Position von Erzeugern (Landwirte) und Lieferanten gegenüber dem Handel stärken. Erreichen möchte sie das, indem sie die sogenannte UTP-Richtlinie der EU umsetzt[15][16]. Diese enthält eine Reihe von Maßnahmen, die Landwirte in Geschäftsbeziehungen vor den schädlichsten unlauteren Handelspraktiken in der Lebensmittelversorgungskette schützen sollen. Dazu gehören beispielsweise das Verbot von Kaufpreiszahlungen als 30 Tage nach der Lieferung oder das Verbot von kurzfristigen Stornierungen für verderbliche Agrar- und Lebensmittelerzeugnisse[17]. Diese Maßnahmen sind sicherlich längst überfällig und es gibt nichts dagegen einzuwenden. Das grundsätzliche Problem der niedrigen Erzeugerpreise wird die Bundeslandwirtschaftsministerin damit allerdings nicht einmal ansatzweise lösen können. Denn wie wir bereits gesehen haben, werden diese von den Überkapazitäten am Weltmarkt bestimmt.

Sind höhere Erzeugerpreise überhaupt möglich?

Grundsätzlich ist dies über die Zollpolitik möglich, denn höhere Zölle auf importierte Güter erhöhen automatisch auch die Preise dieser Güter. Dadurch wäre es möglich die Erzeugerpreise für Agrarprodukte von den Weltmarktpreisen zu entkoppeln. Unabhängig davon, dass Deutschland als Mitglied der EU dies nicht selber entscheiden könnte, sind höhere Importzölle aber immer ein zweischneidiges Schwert. Die Gefahr, dass Importzölle die heimische exportorientierte Wirtschaft eher schwächen als stärken ist weitaus größer. Selbst wenn wir davon ausgehen würden, dass Deutschlands Handelspartner nicht mit Vergeltungszöllen reagieren würden, so würde sich die Kaufkraft der Verbraucher aufgrund der höheren Lebensmittelpreise mindern. Insbesondere die Preissteigerung für verarbeitete Lebensmittel würde den Export derselben eher unlukrativ machen.

Das realistischere Szenario wäre ein sogenannter Handelskrieg. Handelspartner würden auf die deutschen Zölle ihrerseits mit Vergeltungszöllen antworten, die weit über den Bereich importierte Agrargüter hinausgehen würden. Im Endeffekt würden sich alle betroffenen Importgüter zu Lasten von Wachstum, Beschäftigung und Kaufkraft der Verbraucher drastisch erhöhen. Aus diesem Grund sind höhere Zölle also eher keine gute Antwort[18].

Sind die Bauern also machtlos?

Den Landwirten bleiben dennoch einige Möglichkeiten, wie sie ihre Erzeugerpreise steigern können. Da wäre zum einen die oben angesprochene Direktvermarktung. Dies ist natürlich bislang eher eine Nische. Begleitet von dem steigenden Kaufbewusstsein vieler Verbraucher, vor allem für hochwertige regionale und saisonale Produkte, bieten sich dadurch große Wertschöpfungschancen für einige Landwirte. Insbesondere die digitale Direktvermarktung dürfte hier noch Zukunftspotentiale erschließen.

Weitere Chancen zur Stärkung von Landwirten in der Lebensmittelwertschöpfungskette eröffnen sich durch den Zusammenschluss zu Kooperationen, Erzeugerorganisationen (EO) beziehungsweise Vereinigungen von Erzeugerorganisationen (VEO). Dies bieten Vorteile hinsichtlich der Produktionsplanung, der Anpassung an die Nachfrage sowie dem Inverkehrbringen von Produkten. Darüber hinaus seien Erzeugerorganisationen in der Lage, eine stärkere Marktdurchdringung und eine größere Verhandlungsmacht gegenüber anderen Akteuren der Lebensmittelversorgungskette sicherzustellen[19]. Darüber hinaus profitieren Erzeugerorganisationen von kartellrechtlichen Freistellungen[20].

Mein persönliches Fazit

Zusammenfassend stelle ich fest, dass die von Ministerin Julia Klöckner geforderte Beendigung der „Dumping-Preise“ im Lebensmittelbereich weder der Komplexität des Themas gerecht wird, noch den Grundsätzen der Marktwirtschaft entspricht. Selbst wenn der Lebensmitteleinzelhandel auf den „Preiskampf“ verzichten würde, würden die Erzeugerpreise deswegen nicht ansteigen. Die Überkapazitäten auf dem Weltmarkt sind die Ursache für die niedrigen Preise und katalysieren gleichzeitig eine intensive Produktion. Ohne erhebliche Markteingriffe gibt es daran kein rütteln.

Die von der Ministerin geplante Umsetzung der UTP-Richtlinie der EU ist zwar wichtig für die grundsätzliche Stärkung der Verhandlungsposition der Landwirte, wird aber keinem Erzeuger dabei helfen höhere Preise zu erzielen. Die Ministerin vergisst, dass zwischen dem Erzeuger und dem Lebensmitteleinzelhandel in den meisten Fällen noch die Lebensmittelhersteller stehen. Wie ich dargelegt habe, sind ganz andere Zwänge für den Preisdruck verantwortlich. Die Frage ist, ob die Ministerin es nicht besser weiß oder ob es sich einfach um einen geschickten PR-Feldzug ihrerseits handelt?

Meines Erachtens gibt es nur zwei sinnvolle Möglichkeiten für Landwirte, wie sie höhere Erzeugerpreise erzielen können. Entweder über die (Online-)Direktvermarktung und/oder den Zusammenschluss zu Erzeugerorganisationen beziehungsweise Vereinigungen von Erzeugerorganisationen.

Im Lebensmitteleinzelhandel wird es wohl aus kartellrechtlicher Sicht keinen weiteren Konzentrationsprozess geben. Dennoch ist davon auszugehen, dass der Verdrängungswettbewerb und damit der „Preiskampf“ anhalten wird. Sowohl auf einzelbetrieblicher Erzeugerebene, als auch auf der nachgelagerten Verarbeitungsebene (Lebensmittelhersteller, Schlachtereien, Molkereien, etc.) wird der Konzentrationsprozess aufgrund der niedrigen Weltmarktpreise für Agrargüter eher zunehmen. Das wird schwer zu verhindern sein.

Seht ihr das ähnlich wie ich oder komplett anders? Was wären eurer Meinung die besten Möglichkeiten um hier politisch einzugreifen? Schreibt gerne in die Kommentare!


[1] https://www.agrarheute.com/politik/agrargipfel-kanzleramt-12-ergebnisse-ueberblick-562202

[2] https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/2020/200127-lebensmittelpreise.html;jsessionid=B55E38C5D510C8F1AEFA7F191518DBFB.1_cid385, 27.01.2020

[3] https://www.oldenburger-onlinezeitung.de/nachrichten/kloeckner-will-per-gesetz-gegen-billiglebensmittel-vorgehen-29874.html

[4] https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/kloeckner-will-sich-um-unlautere-handelspraktiken-kuemmern-11739145.html

[5] http://www.lebensmittellieferkette.de/

[6] https://www.bzfe.de/inhalt/direktvermarktung-32069.html

[7] http://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/lexikon-der-wirtschaft/20325/preisnehmer

[8] https://www.backnetz.eu/gfk-sap-ueber-die-preisoptimierung-im-deutschen-leh/

[9] https://www.gfk.com/fileadmin/user_upload/dyna_content/DE/documents/News/Consumer_Index/CI_04_2015.pdf

[10] https://www.gesetze-im-internet.de/gwb/__20.html, §20 Abs. 3

[11] https://www.bundeskartellamt.de/DE/Wirtschaftsbereiche/LEH/LEH_node.html

[12] https://www.shabka.org/wp-content/uploads/2013/08/ShabkaBackground_13-2013_supermarkte-als-gatekeeper.pdf

[13] https://www.susonline.de/news/markt/konzentration-in-der-schlachthof-branche-nimmt-zu-9226593.html

[14] http://www.agrarnetz.com/thema/milchpreis

[15] https://www.handelsblatt.com/dpa/wirtschaft-handel-und-finanzen-roundup-agrarministerin-kloeckner-gegen-staedtisch-zentrierte-sichtweise/25390832.html

[16] https://www.agrarheute.com/politik/agrargipfel-kanzleramt-12-ergebnisse-ueberblick-562202

[17] https://www.bmel.de/DE/Landwirtschaft/Markt-Handel-Export/_Texte/utp-richtlinie.html

[18] https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2017/januar/importzoelle-eigentor-oder-stuetze-fuer-die-heimische-wirtschaft/

[19] https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/2c31a562-eef5-11e9-a32c-01aa75ed71a1; https://www.topagrar.com/management-und-politik/news/erzeugerorganisationen-staerken-position-der-landwirte-in-der-lebensmittelkette-11861462.html

[20] http://www.gesetze-im-internet.de/agrarmsg/__5.html, §5 Abs. 1

Agropolit-X - Kritische Kommentare zur Agrarpolitik

4 Antworten auf „Julia Klöckners Märchen von den Dumpingpreisen – Warum die Erzeugerpreise wirklich so niedrig sind und warum der Lebensmitteleinzelhandel daran nichts ändern kann“

  1. Ohne Zölle an der EU-Außengrenze wird es nicht gehen

    Nur knappe Ware ist gute Ware. Nur Angebot und Nachfrage regeln den Preis. Die Nachfrage ist begrenzt, weil noch mehr essen können die Europäer nicht. Wenn das Angebot aus dem Weltmarkt im Prinzip unbegrenzt ist, wird der Preis immer auf den Weltmarktpreis fallen.

    Deshalb sind v.a. in D die Lebensmittelpreise so niedrig. Deshalb müssen die Bauern so intensiv wirtschaften. Deshalb gibt es „Massentierhaltungen“.

    Die Ursache vieler (der meisten?) Probleme der Landwirtschaft sind diese offenen Grenzen: die Getreide- und Soja-Importe machen mind. 10% der Anbaufläche Deutschlands aus, mindestens so viel Anbaufläche importieren wir. Der Mist, der daraus entsteht, geht aber auf unsere begrenzte Fläche hier.

    Die Bertelsmann-Stiftung ist mir an der Stelle ein verdächtiger Zeuge. Da halte ich es lieber mit Bismarck, der mit seiner Schutzzollpolitik die deutsche Landwirtschaft wesentlich stabilisieren konnte. Zwar wurden Produkte auf Getreidebasis teurer – aber sind Brot- und Nudelpreise unser zentrales Problem? Und wieviel Prozent des Brotpreises hat was mit dem Getreidepreis zu tun?

    Die europäischen Bauern können nie mit dem Sozial- und Umweltdumping der Chinesen, Ukraine, Nord- und Südamerikas mithalten. Wenn wir da keine Schutzmauer bauen, wird sich gar nichts ändern.

    Überraschung: Frau von der Leyen diskutiert jetzt unter dem Vorzeichen Klima Zölle an den EU-Außengrenzen. Doch wenn sie mit CO2-Steuern in der EU die Produktion weiter verteuert, wird auch das den Bauern nicht helfen.
    Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Abbau von Bürokratie, Regelungswut und allem Umweltschutz, der sich gegen Bauern richtet, im Innern. Und Schutz der Grenzen durch einen milden Zoll an der Grenze für all die Futtermittel und Getreide, die die Quelle aller Überschüsse auf den Märkten, auf den Feldern und im Grundwasser sind.

    https://www.dw.com/de/schutzz%C3%B6lle-von-bismarck-zu-trump/a-43092096
    https://www.zeit.de/2019/52/co2-grenzausgleich-steuer-klimazoll-ursula-von-der-leyen-eu

    1. Ja, so ist es leider. Die offenen Handelsgrenzen für Agrargüter erschaffen zwar Wohlstand im Sinne von günstigen Lebensmittelpreisen, aber zwingen die hiesigen Landwirte zur intensiven Produktion, um über Kostendegression mit dem niedrigen Weltmarktpreis mithalten zu können. Wachse oder weiche.

      Die Gesellschaft sollte sich überlegen, ob sie intensive Produktion oder Bullerbü-Romantik möchte. Beides zusammen wird nicht möglich sein.

      Lg

  2. Bullerbü? Soll das Bauernsterben alternativlos sein?

    Bismarck steht nicht für Bullerbü, sondern für konservative Politik im besten Sinne.

    Es geht nicht um Romantik, sondern um harte Fakten: wie viele Bauern wollen wir dem Moloch Weltmarkt und Globalisierung noch opfern? Möchten wir unseren Bauern immer mehr Fesseln anlegen und trotzdem den wilden Weltmarkt auf sie loslassen? Wollen wir negative Entwicklungen umkehren oder einfach zuschauen?

    Von der Agrarpolitik der AfD erwarte ich mehr, als nur grinsendes Zuschauen beim weiter-so. Auch polternde Videos vom Balkon des JKH mit Reichstagskuppel im Hintergrund helfen den Bauern nicht, wenn nicht grundlegende Alternativen in der Agrarpolitik aufgezeigt werden. Bessere Preise würden die Bauern sukzessive auch aus der Abhängigkeit von Subventionen und den Bürokraten, die die Subventionen verteilen, BEFREIEN.

    Konservative Politik erfordert Mut und Kraft, gegen den Mainstream zu schwimmen.

    1. Andere Branchen haben schon viel stärkere Disruptionen hinter sich, da hat es den Staat auch herzlich wenig interessiert. Man muss sich immer die Frage stellen, welche Eingriffe des Staates auch wirklich zum Wohl des Großteils der Bevölkerung sind. Da spielt die Anzahl der Landwirte (auch wenn es hart klingt) mitterlweile einfach eine sehr kleine Rolle.

      Und wenn zunehmende Konkurrenz (egal ob national oder global) zu einer Konzentration der Branche führt, dann ist das nun mal so.

      Davon abgesehen: Die AfD regiert nunmal nirgends und das wird auch hoffentlich immer so bleiben…

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