EU Green Deal: Schlechter Deal für Bauern und Bürger (Teil 1)

Im Rahmen ihres Green Deal beabsichtigt die Europäische Kommission die Landnutzung sowie den Einsatz von Düngemitteln, Antibiotika und Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft bis 2030 gezielt einzuschränken. Der Wirtschaftsforschungsdienst (ERS) des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten (USDA) hat eine Reihe von politischen Simulationen durchgeführt, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der vorgeschlagenen Ziele zu untersuchen.

Falls die Maßnahmen der Strategie Vom Hof auf den Tisch und der Biodiversitätsstrategie ausschließlich in der EU angewendet werden, dann sinkt die landwirtschaftliche Produktion insgesamt um 12 Prozent. Die größten Rückgänge gibt es bei Ölsaaten (-61%), Weizen (-49%) und anderen Feldfrüchten (-44%). Vergleichsweise hoch sind sie auch bei Zuckerpflanzen (-21%), groben Körnern (-20%) und Rindern (-15%). Die Agrarexporte brechen insgesamt um 20 Prozent ein, während die Importe um 2 Prozent zunehmen. Dadurch sinkt das Bruttoinlandsprodukt der EU um knapp 59 Milliarden Euro. Das Bruttoeinkommen der landwirtschaftlichen Betriebe sinkt um 16 Prozent. Folgen hätte das auch für die Lebensmittelpreise, die um 17 Prozent steigen, was die Lebensmittelkosten pro Kopf und Jahr um etwa 127 Euro verteuert. Die Auswirkungen des Green Deal gehen leider weit über die EU hinaus. Weltweit steigen die Lebensmittelpreise um 9 Prozent, wodurch die Ernährungssicherheit von 22 Millionen Menschen gefährdet ist. Weltweit sinkt das Bruttoinlandsprodukt um etwa 78 Milliarden Euro.

Weil die Maßnahmen für die Umwelt und die menschliche Gesundheit zum Zeitpunkt der Studie noch verhandelt wurden, waren die damit verbundenen Kosten und Nutzen nicht Bestandteil dieser Analyse. Aufgrund fehlender detaillierter Informationen blieben einige Komponenten, wie beispielsweise Tierschutzbestimmungen und ökologischer Landbau, ebenfalls unberücksichtigt. Klar ist hingegen, dass der Green Deal einen großen Strukturbruch in der EU-Landwirtschaft verursachen wird.

Ende März dieses Jahres machte die EU-Kommission erneut deutlich, dass sie die Ziele ihres Green Deal und der dazugehörigen Vom-Hof-auf-den-Tisch-Strategie mit der anstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) durchsetzen will. Brüssel will darauf drängen, dass die Ziele sich im Wesentlichen in den nationalen Strategieplänen zur Umsetzung der GAP wiederfinden, unterstrich EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski. Eine eigene Folgenabschätzung zum Green Deal hat die EU-Kommission bislang übrigens immer noch nicht vorgelegt.

Agropolit-X - Kritische Kommentare zur Agrarpolitik

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