Die Macht der Umweltlobby – Wie sich mit dem Geschäft mit dem Umweltschutz hunderte von Millionen Euro verdienen lassen (Teil 2)

Im ersten Teil dieses Beitrags habe ich aufgezeigt, wie große „Umwelt-NGOs“ mit ausgesuchten und emotionalen Negativbeispielen und Halbwahrheiten bewusst skandalisieren, um starke gesellschaftliche Empörung zu erzeugen und damit ihre teilweise radikalen Forderungen politisch durchzusetzen. Aufgrund der schleichenden Erosion klassischer Institutionen und der medialen Aufmerksamkeit haben diese NGOs einen großen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung. Im zweiten und letzten Teil werde ich aufzeigen, wie viel Geld sich mit diesem Vorgehen verdienen lässt.

Wir werden uns im Folgenden – stellvertretend für alle anderen „Umwelt-NGOs“ – die Einnahmen des Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) betrachten, welcher 770.000 Mitglieder und Förderer hat. Der NABU ist schon lange nicht mehr rein ehrenamtlich tätig. Die NABU-Stiftung arbeitete im Jahr 2019 mit 19,6 Vollzeitäquivalenten, die sich auf 27 Mitarbeiter verteilten (Personalaufwand 1.092.167,77 Mio. Euro). Im Wesentlichen stehen der NABU-Stiftung vier Finanzierungsquellen zur Verfügung: Spenden und testamentarische Schenkungen, öffentliche Fördermittel, die Vermögensverwaltung mit Pachteinnahmen und Kapitalerträgen des Stiftungskapitals sowie die Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb.

Allein im Geschäftsjahr 2019 konnte der NABU Spenden i.H.v. knapp 2,66 Millionen Euro einsammeln und etwa 380.000 Euro an testamentarischen Schenkungen. Dazu kamen öffentliche Fördermittel von etwa 1,1 Millionen Euro, rund 760.000 Euro Miet- und Pachteinnahmen sowie etwa 567.000 Euro aus dem wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb.

Das beeindruckende Eigenkapital der NABU-Stiftung beträgt 35.616.145,06 Euro, wozu das Stiftungskapital i.H.v. etwa 12,8 Millionen Euro sowie Rücklagen i.H.v. etwa 22,8 Millionen gehören. Das Eigenkapital der NABU-Stiftung wuchs 2019 um 8,9%. Der Erwerb von Land scheint eines der Hauptziele der NGO zu sein. So wurden 2019 etwa 2,58 Millionen Euro, mehr als die Hälfte aller Ausgaben, für den Ankauf neuer Naturschutzflächen eingesetzt[1].

„Schon wenige Euro ermöglichen den Kauf von Land für die Natur und damit konkrete Erfolge.“

NABU-Jahresbericht 2019

Damit vergrößerte sich das Flächeneigentum der NABU-Stiftung um 505 Hektar auf 20.695 Hektar, was insgesamt einem Umfang vergleichbar mit den zusammengenommenen Inselflächen von Fehmarn und Amrum in entspricht. Dazu kommt ein Anteil an Werbe- und Verwaltungskosten am Gesamthaushalt 2019 von 14,2%, der laut eigener Angabe des NABU entsprechend der Kriterien des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) angemessen sei. Das DZI Spenden-Siegel, welches belegt, dass eine Organisation mit den ihr anvertrauten Geldern sorgfältig und verantwortungsvoll umgeht, trägt die NABU-Stiftung jedoch nicht.

Obwohl der NABU einer der größten Kritiker der Agrarförderung (GAP) ist, erhielten der Naturschutzbund NABU und seine Untergliederungen im Jahr 2019 zusammengerechnet rund 5,3 Millionen Euro aus diesem Fördertopf[2]. In den Jahren von 2000 bis 2018 flossen dem NABU und seinen Untergliederungen außerdem Mittel aus dem Bundeshaushalt i.H.v. 47.429.162,8 Euro zu[3].

Es ist davon auszugehen, dass dem NABU auch Mittel aus den Landeshaushalten zuflossen[4]. Die öffentlichen Zuwendungen aus dem Bundeshaushalt kamen überwiegend aus dem Bundesumweltministerium (BMU). Interessant ist, dass die Bundesregierung bei der Mittelvergabe keinen Interessenkonflikt darin sieht, dass die Bundesumweltministerin, Svenja Schulze (SPD), selbst Mitglied beim NABU ist und weitere Spitzenbeamte im BMU, darunter Staatssekretär Jochen Flasbarth und Unterabteilungsleiter Josef Tumbrinck, vorher hauptberuflich für den NABU tätig waren[5].

„Für mich macht der NABU eine Lobbyarbeit im besten Sinne – und das werde ich mit aller Kraft weiter unterstützen“.

Svenja Schulze (SPD), 2008
NABU-Mitgliedermagazin „Naturzeit im Münsterland“

Wie Sie sehen, lässt sich mit Umwelt- und Naturschutz sehr, sehr viel Geld verdienen. Der NABU ist dabei sogar vergleichsweise eher ein finanzielles Fliegengewicht. Der BUND kam im Jahr 2019 auf Einnahmen i.H.v. etwa 36,6 Millionen Euro, Greenpeace auf stolze 71 Millionen Euro und der WWF auf sage und schreibe knapp 104 Millionen Euro[6]! Zum Vergleich: Der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV), der für einige als eine der mächtigsten Lobbyorganisationen Deutschlands gilt[7], dürfte trotz seiner 285.000 Mitglieder deutlich weniger finanzielle Mittel zur Verfügung haben.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch, ich gehe durchaus davon aus, dass sich Umwelt-NGOs, wie beispielsweise der NABU, aus idealistischen und ehrlichen Motiven gegründet haben. Ich höre auch immer wieder, dass Bauern und NABU-Mitglieder auf regionaler Ebene überwiegend positiv zusammenzuarbeiten. Mir geht es in diesem Beitrag auch ausdrücklich nicht um die Diskreditierung der Naturschutzarbeit. Vielmehr wollte ich aufzeigen über wie viel Kapital und Macht diese NGOs mittlerweile verfügen. Ein großer Teil ihres Wirkens scheint auf das Erwirtschaften neuer Spendeneinnahmen ausgerichtet sein. Hier sind wir dann wieder beim Thema der emotionalen Negativbeispiele und der bewussten Skandalisierung mit Halbwahrheiten, die eine starke gesellschaftliche Empörung erzeugen. Das wird dann kritisch, wenn diese Mechanismen eine wissenschaftliche und sachliche Diskussion über die künftige Ausrichtung der deutschen Landwirtschaft verhindern.

Was ist eure Meinung? Teilt ihr meine Ansicht oder übertreibe ich? Schreibt mir dazu gern in die Kommentare!


[1] https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/nabu/200820-nabu-jahresbericht-2019.pdf

[2] https://moderner-landwirt.de/naturschutzverbande-erhalten-55-mio-euro-der-umstrittenen-eu-agrarsubvention-im-jahr-2019/

[3] http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/19/040/1904069.pdf

[4] Dazu konnte ich leider bei meiner Recherche keine seriösen Zahlen finden, weshalb ich das an dieser Stelle offenlasse.

[5] https://www.agrarheute.com/politik/bmu-ex-nabu-funktionaer-spitzenbeamte-kein-interessenkonflikt-561761

[6] BUND:

Mitgliedsbeiträge und Spenden (27,1 Mio.); Drittmittel (2,6 Mio.); Legate (1,7 Mio.); Zentralstelle Bundesfreiwilligendienst (0,6 Mio.); sonstige Einnahmen (1 Mio.); Kostenerstattung von Leistungen von Dritten (3,2 Mio.); Rücklagen (0,4 Mio.)

https://www.bund.net/ueber-uns/transparenz/finanzen/einnahmen/

Greenpeace:

71 Mio. € Spendeneinnahmen 2019 in Deutschland, davon 47,2 Mio. € Spenden unter 100€, 11,8 Mio. € Spenden unter 500€, 6,9 Mio€ Erbschaften, 4,8 Mio. € Spenden von 500€ und mehr, 0,3 Mio. € sonstige

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1075818/umfrage/spendeneinnahmen-von-greenpeace-in-deutschland/

WWF:

Private Spenden: 49.192.000€; Institutionelle Zuwendungen: 33.184.000€; Kooperationen: 13.880.000€; Erbschaften: 5.191.000€; Erträge Vermögensverwaltung: 675.000€; Sonstige: 1.859.000€

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/577247/umfrage/einnahmen-des-wwf-in-deutschland/

[7] https://lobbypedia.de/wiki/Deutscher_Bauernverband

Agropolit-X - Kritische Kommentare zur Agrarpolitik

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